Netzanschlüsse in Berlin: OLG billigt Repartierung
Nun endlich die Entscheidung: Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat am 4. November 2026 die Beschwerde gegen das Berliner Repartierungsverfahren zurückgewiesen (Az. VI-5 Kart 4/26 [V]). Stromnetz Berlin darf also die knappen Anschlusskapazitäten fürs Berliner Stromnetz oberhalb der Niederspannung gleichmäßig unter den Antragstellern verteilen, statt – wie früher – die Anträge in der Reihenfolge ihres Eingangs abzuarbeiten. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hatte dies bereits für rechtmäßig gehalten.
Gegen die Umstellung 2024 wehrte sich ein Unternehmen, das ein Rechenzentrum errichten möchte und bereits vor der Umstellung erhebliche Anschlusskapazitäten beantragt hatte und wegen der Antragstellung vor Umstellung nach dem früheren Verfahren behandelt werden wollte. Die BNetzA lehnte dies ab, das OLG Düsseldorf stellt sich nun auf die Seite der Behörde.
Auch nach Auffassung des OLG ist das Repartierungsverfahren mit § 17 Abs. 1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vereinbar. Angesichts knapper Netzkapazitäten durfte Stromnetz Berlin das bisherige Verfahren ändern. Denn wer zuerst kommt, muss nicht unbedingt auch zuerst bauen. Beim Windhundprinzip besteht die Gefahr, dass große Anschlussbegehren Kapazitäten blockieren, die anderen Projekten dann fehlen. Auch die hier besonders gerügte Umstellung für bereits gestellte Anträge hält das Gericht für zulässig. Allein der Zeitpunkt der Antragstellung begründe noch keinen Anspruch darauf, nach dem bisherigen Verfahren behandelt zu werden.
Ob es bei der Entscheidung bleibt oder der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet, ist indes noch offen. Das OLG hat die Rechtsbeschwerde wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache zugelassen. Damit stellt sich nun nach wie vor die Frage, wie Stromnetz Berlin mit der ausgesetzten Zuteilung 2026 umgeht. Diese war wegen des laufenden Gerichtsverfahrens um zunächst sechs Monate verschoben worden. Auf seiner Homepage verweist der Netzbetreiber bislang noch auf die ausstehende Entscheidung des OLG. Ob und wann die Verteilung nun nachgeholt wird, ist damit weiterhin offen.
