Ist der Juni warm und trocken…

Landwirte bekommen extreme Wetter­lagen oft als erste zu spüren. Besonders der trockene Sommer 2018 hat vielen Betrieben zu schaffen gemacht. Wegen der Trockenheit mussten viele Landwirte beispiels­weise Futter für ihre Tiere zukaufen. Aller­dings trägt die Landwirt­schaft auch als Verur­sacher von Treib­haus­gasen zum Klima­wandel bei. Immerhin wurden 2017 7,3 % Prozent der Treib­haus­gas­emis­sionen durch die Landwirt­schaft verursacht.

Die größten Emissi­ons­quellen sind laut Klima­schutzplan 2050 Lachgas­emis­sionen als Folge des Stick­stoff­ein­satzes bei der Düngung, Methan­emis­sionen aus der Verdauung von Wieder­käuern und Emissionen aus dem Güllema­nagement. Der Kraft­stoff­einsatz landwirt­schaft­licher Maschinen und Fahrzeuge macht dagegen einen eher geringen Anteil aus.

Jeden­falls gehört bei der Umsetzung des Klima­schutz­plans neben den CSU-geführten Verkehr und Bau auch das Landwirt­schafts­ressort zu den Sorgen­kindern der Koalition. Daher steht Klima­schutz und Klima­an­passung auch im Bundes­mi­nis­terium für Landwirt­schaft weit oben auf der Priori­tä­ten­liste. Immerhin hat die Bundes­land­wirt­schafts­mi­nis­terin Julia Klöckner Anfang des Jahres einen 10-Punkte-Plan vorgelegt, in dem Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen vorge­schlagen wurden.

Dieser Plan sieht einige konkrete Schritte vor, die vom Umwelt­mi­nis­terium grund­sätzlich begrüßt wurden. Etwa sollen statt bisher 30 Prozent in Zukunft 70 Prozent der Gülle in Biogas­an­lagen fließen. Außerdem soll unter anderem der Ökolandbau gefördert werden, die Emissionen aus Tierhaltung sinken, die Energie­ef­fi­zienz der Landwirt­schaft steigen. Zudem sollen Lebens­mit­tel­ab­fälle verringert werden. Damit sollen nach eigenen Berech­nungen des Landwirt­schafts­mi­nis­te­riums die Emissionen um ca. 6 bis 9 Millionen Tonnen CO2-Äquiva­lente sinken.

Das reicht aller­dings nicht. Gefordert sind laut einer Studie des Öko-Instituts in Freiburg nämlich 11 bis 14 Millionen Tonnen, um die Ziele zu erreichen. Dies lässt sich laut Öko-Institut nur über die Reduktion der Tierbe­stände erreichen. Eine Maßnahme, die für das Landwirt­schafts­mi­nis­terium nicht in Frage kommt. Zudem ist seit der Veröf­fent­li­chung des Plans im Februar wenig über Umset­zungs­maß­nahmen an die Öffent­lichkeit gedrungen. Dabei lässt die bisherige Wetter­ent­wicklung für die Landwirte wenig zu hoffen übrig, dass das Thema dieses Jahr an Brisanz verliert.

2019-06-14T10:55:29+02:0014. Juni 2019|Allgemein, Umwelt|

Profis für den Klimaschutz

Die Bundes­mi­nis­te­rinnen Svenja Schulze und Anja Karliczek haben heute für die Klima­po­litik eine neue Kommission ins Leben gerufen. Damit haben sie den Start­schuss für die Wissen­schafts­plattform zur Reali­sierung des Klima­schutz­plans 2050 gegeben. Bei der Kommission handelt sich um den Lenkungs­kreis der Plattform. Aktuell wurden acht Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler berufen, zwei weitere könnten noch zusätzlich ernannt werden. Mit Sabine Schlacke ist auch eine renom­mierte Profes­sorin für Umwelt­recht dabei.

Die Bundes­re­gierung hat mit dem Klima­schutzplan 2050 im November 2016 die im Pariser Abkommen gefor­derte Langfrist­stra­tegie vorgelegt. Durch die ehrgei­zigen Ziele ist sie jetzt vor allem im Bereich Verkehr, Gebäude, Industrie und Landwirt­schaft unter Zugzwang. Wenn sie verfehlt werden, wird mit enormen Kosten gerechnet – und zwar sowohl für die Umwelt als auch für den Bundes­haushalt. Viel guter Wille ist zu ihrer Umsetzung nötig, reicht aber bei Weitem nicht aus: Vielmehr ist für eine grund­le­gende Abkehr von fossilen Brenn­stoffen noch viel Forschung und Innovation nötig.

Daher wird der Klima­schutzplan 2050 umfang­reich wissen­schaftlich begleitet. Der Lenkungs­kreis der Wissen­schafts­plattform wird dabei eine Schlüs­sel­funktion übernehmen. Er soll unabhängige Exper­tisen, Studien und Wirkungs­ana­lysen initi­ieren und auf offene Fragen hinweisen, die für die Umsetzung des Klima­schutz­plans 2050 geklärt werden müssen. Damit ist er Teil eines breiteren, über die Wissen­schafts­plattform laufenden Prozesses: Dort sollen „Wirksamkeit, Kosten, Folge- und Neben­wir­kungen sowie ökono­mische und soziale Chancen und Risiken“ von Maßnahmen zur Umsetzung des Klima­schutz­plans betrachtet werden.

Wenn die eher durch­wach­senen einschlä­gigen Erfah­rungen von Exper­ten­kom­mis­sionen in jüngster Zeit etwas gezeigt haben, dann dass – umgekehrt – auch unabhängige Expertise nicht reicht. Es muss auch guter Wille zu ihrer Umsetzung bestehen. Dem Lenkungs­kreis ist insofern zu wünschen, dass seine Empfeh­lungen bei den zustän­digen Fachres­sorts mehr Gehör finden werden.

2019-06-07T15:22:28+02:007. Juni 2019|Allgemein, Umwelt|