Carbon Capture and Storage (CCS), also die Abscheidung und dauerhafte unterirdische Speicherung von CO₂, gilt als wichtiger Baustein für die Klimaneutralität. Die Hoffnung: Insbesondere dort, wo sich Emissionen technisch kaum vermeiden lassen, etwa in der Zement- und Kalkindustrie, aber auch bei der Abfallverbrennung, könnte CCS den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich reduzieren. Voraussetzungen sind allerdings geeignete Speicherstätten und die Transportnetze.
Deutschland hat dafür inzwischen die rechtlichen Weichen gestellt. Das am 28. November 2025 in Kraft getretene Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz (KSpTG) ermöglicht die kommerzielle CO₂-Speicherung insbesondere unter dem Meeresboden und erleichtert den Aufbau von CO₂-Pipelines. Eine Speicherung an Land können die Bundesländer durch eigene Gesetze zulassen. Speicher- und Leitungsprojekte liegen nun im überragenden öffentlichen Interesse. Doch wie weit ist CCS tatsächlich? Der aktuelle Global Status of CCS Report 2026 des Global CCS Institute zeichnet ein gemischtes Bild. Weltweit sind inzwischen bereits 113 kommerzielle CCS-Projekte in Betrieb. Ihre jährliche Abscheidekapazität beträgt rund 68 Millionen Tonnen CO₂, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt befinden sich sogar 832 Projekte mit einer geplanten Kapazität von 522 Millionen Tonnen in der Projektpipeline. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Projektzahl um 13 Prozent gestiegen ist, die geplante Abscheidekapazität dagegen nur um zwei Prozent. CCS gewinnt zwar an Dynamik, bleibt aber weit hinter den für den Klimaschutz benötigten Größenordnungen zurück. Aber es geht voran.
Regional sind die Unterschiede erheblich. Während in Amerika bereits mehr als 48 Millionen Tonnen jährlicher Abscheidekapazität in Betrieb sind, erreicht Europa bislang nur rund drei Millionen Tonnen. Hier können wir vor allem von den Norwegern lernen. Zwar könnte die europäische Kapazität bei Realisierung aller angekündigten Vorhaben auf bis zu 141 Millionen Tonnen wachsen. Zwischen Planung und Umsetzung liegt jedoch noch ein weiter Weg. Das KSpTG schafft zwar in Deutschland wichtige Voraussetzungen, ob daraus eine funktionierende Infrastruktur entsteht, muss sich erst zeigen.
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